Holzepitaph der Anna Engels
Auf dem Werbener Kirchenboden fand ich kürzlich ein hochinteressantes Holzepitaph; darauf (in der Mitte) befindet sich folgende Inschrift: „Den 25. Octobris ist Sonabents nach Galli nach mittage umb 3 uhr, Ist die viel Tugentsame Frawe Anna Engels, Andreas Goldtbeken Bürgermeister Eliche Hüsfrawe In Gott verschieden, Ihres Alters 64 Jar.
Anno 1576, Dinstages für Michaelis morgens umb 3 uhr Ist obgenanter Andreas Goldtbeke Bürgermeister seines alters 76 Jar, Ist alhir zu Werben 51 Jahr im Radt gesessen, seliglich entschlaffen, welchen Gott eine froliche aufferstehung verleihen wolle.
80."
Links von dieser Inschrift kniet der Bürgermeister Andreas Goldbeck, angetan mit einem pelzbesetzen Gewande; hinter ihm knien je zwei Männer, wohl seine Söhne, dahinter kniet wieder ein Mann, alle in schwarzen Gewändern mit weißer Halskrause; dahinter und daneben knien drei weißgekleidete Kinder, die auf der weißen Kapuze und auf den weißen Kleidern schwarze Kreuze tragen; es sollen wohl früh verstorbene Kinder sein. Zu den Füßen des Bürgermeisters sieht man noch die Helmfigur seines Wappens, eine hellblau gekleidete Frauengestalt, die in den ausgestreckten Händen goldene Kelche (Kannen, Pokale) trägt. Auf der rechten Seite von der Inschrift sieht man sieht die Frau Bürgermeister im schwarzen Kleide, in weißer Haube, mit großem offenem Stehkragen. Im „Deutschen Herold" 1892 Nr. 9, befindet sich eine genealogische Tabelle der hervorragenden Familie Goldbeck, die noch heute, geadelt, existiert. Das Denkmal wird gereinigt und auf dem „steinernen Chor" in der Kirche aufgestellt. Das Todesjahr der Frau Anna Goldbeck, geb. Engel, ist auf demselben nicht mehr vorhanden, wohl aber das Datum: 25. Okt. Unter der ganzen Inschrift steht deutlich die Zahl 80.
E. Wollesen, Oberpfarrer.