Führer durch die altmärkische Stadt Werben, insbesondere durch die Johanniskirche · 1905

8. Die Kanzel.

Kapitel 15 von 21 · IV. Die Kirche St. Johannis · 170 Wörter · Ernst Wollesen

Die von einem Magdeburger Bildhauer Michael Spieß 1602 laut Inschrift gearbeitete Kanzel wird von dem Standbilde Johannes des Täufers getragen. Die Wandung des Aufganges trägt von oben nach unten der Reihe nach aus Jesu Lebensgeschichte folgende Bilder: „Verkündigung Mariä“, „Geburt Jesu“, „Taufe Jesu“, „Kreuzigung Jesu“, „Auferstehung Jesu“, „Himmelfahrt“, „Ausgießung des Heiligen Geistes“, „Jüngstes Gericht“. Zu den Seiten und zwischen den einzelnen Darstellungen sehen wir neun Apostel; die letzten drei stehen über dem Aufgange. Oben über den Bildern sind der Reihe nach die folgenden Hausmarken von oben nach unten angebracht: M. K. (Matthias Konow), D. K. (David Knodde), J. F. (Joachim Francke), H. L. (Hans Lüdeke), F. B. (Franz Belitz), J. B. (Joachim Bertram), A. F. (Arendt Fritze) und P. G. (Palmus Grube). Es sind Angehörige des damaligen Rates und Kirchenvorstandes. Palmus Grube war damals Werbener Diakonus, danach Pfarrer. An der Seite des Aufganges unten ist Marke und Name des Erbauers Michael Spieß angegeben. Über der Tür des Aufganges steht: „Rufe getrost und schone nicht. Erhebe deine Stimme wie eine Posaune!“