Mittelalterliche Topographie der Burg und Stadt Werben in der Altmark.

Von E. Wollesen-Werben (Elbe).

Eine mittelalterliche Topographie der altmärkischen Stadt Werben hat in diesem Jahre 1905 besonderes Interesse, feiert doch die Stadt in diesem Jahre das Fest ihres 900 jährigen Bestehens. Wer überhaupt lokalgeschichtliches Interesse hat, möchte nicht nur wissen, bei welcher Gelegenheit Werben vor 900 Jahren erwähnt worden ist, sondern auch wissen, wo denn der damals erwähnte Ort Werben gelegen hat, und wie sich nach und nach die Stadt Werben entwickelt hat. Da müssen wir nun zwischen der ehemaligen Burg Werben und der unter dem Schutze der Burg entstandenen städtischen Ansiedelung unterscheiden; erst in späterer Zeit wichen die Grenzen zwischen Burg und Stadt, so daß beide die eine städtische Ansiedelung, die wir noch heute sehen, bildeten. Die Aufgabe, eine mittelalterliche Topographie Werbens zu entwerfen, ist einesteils ungemein schwer und andernteils ungemein leicht; schwer ist es, die alte Burg Werben nach ihrer Lage zu beschreiben, weil sich ebenso wenig äußere sichtbare Spuren von der Burg wie schriftliche Urkunden über die Burg erhalten haben; leicht ist es, die Lage der ehemals befestigten Stadt festzustellen, weil die kleine Stadt im Laufe der Jahrhunderte wenig Wandel erlebt hat. Wenn wir darum in diesen Blättern eine Topographie auch der ehemaligen Burg zu geben wagen, so möchten wir mit diesem Versuch nur eine Anregung geben, tiefer und gründlicher, als es hier geschehen kann, darüber Forschungen anzustellen.