Urkunden, Regesten und Briefe zur Geschichte der Stadt Werben.
Von E. Wollesen - Ellrich.
Ganz unerläßlich für den Geschichtsschreiber ist die gründliche Erforschung der Urkunden, welche uns aus vergangenen Zeiten aufbewahrt sind. Wohl dem Geschichtsfreunde, dem eine reiche Urkundensammlung zu Gebote steht! Die märkischen Geschichtsschreiber und Geschichtsfreunde sind so glücklich, verschiedene wohlgeordnete und sorgfältig herausgegebene Urkundensammlungen zu besitzen, unter welchen der Codex diplomaticus von Riedel immer noch den ersten Platz behauptet. Aber auch diesem überaus fleißigen und verdienstvollen Sammler sind doch einige Urkunden entgangen, die aufzufinden eben nur dem möglich war, der an Ort und Stelle in Muße die vorhandenen Archive durchstöbern konnte. Bei meinen Vorarbeiten zur Werbener Chronik war ich so glücklich, solche Urkunden in dem kirchlichen und rathäuslichen Archiv der altmärkischen Stadt Werben zu finden. Wenn ich dieselben nun in dieser Zeitschrift teils in wörtlicher Abschrift teils in Regestenform veröffentliche, so thue ich es nicht nur auf den Wunsch des verehrten Herausgebers dieser Jahresberichte, sondern auch aus der Erwägung heraus, daß damit vielleicht ein neuer willkommener Beitrag zur Geschichte der mir lieben Stadt Werben gegeben wird. Dabei hoffe ich auf die gütige Nachsicht aller derer, welche wissen, wie schwierig es ist, die Geschichte eines Ortes in weiter Ferne von demselben zu behandeln.
Die erste Gruppe der nachfolgenden Urkunden bezieht sich auf Altarstiftungen, die zweite auf städtische Grundstücke und Schulden und die dritte auf die Reformationsgeschichte der Stadt; zum Schluß folgt ein Brief von Philipp Jakob Spener an den Werbener Inspektor Georg Strube. Die allermeisten Urkunden und Briefe entstammen dem reichhaltigen kirchlichen Archiv, welches in einem Wandschrank der Sakristei untergebracht und einst von dem Werbener Pfarrer und Inspektor Johann Heinrich Sprögel (1703--1705) eingerichtet ist.