II.
a) Der Kurfürst Joachim von Brandenburg bestätigt den Ankauf des Plätzenlandes durch den Rat der Stadt Werben für 1000 Thaler. Montag nach Circumcisionis domini Christi 1563.
Das Kaufgeld soll zinsbar angelegt werden, bis ein „rechtlicher Austrag" zwischen den Gläubigern des verstorbenen Werbener Bürgermeisters Joachim Plätz des Älteren zustande gekommen sei. Der Kaufpreis ist von den Ackerleuten Lorenz Pieverling dem Älteren, Klaus Goldbeck, Matthias Dames, Urban Schulze und Henning Witte festgesetzt worden.
An der aus dem Werbener Kirchenarchiv stammenden Urkunde fehlt das Siegel des Kurfürsten.
b) Derselbe Kurfürst bestätigt den Vertrag, welchen der Rat der Stadt Werben mit den Gläubigern des verstorbenen Bürgermeisters Joachim Plätz geschlossen hat. Mittwoch nach Exaudi Christi 1565.
Die Urkunde, die sich im rathäuslichen Archiv befindet, trägt noch das kurfürstliche Siegel.
c) Kurfürst Johann Georg gestattet, daß die Stadt Werben von Hans von Bartensleben auf Wolfsburg, Bussens von B. Sohne, eine Schuld von 1000 Thaler aufnehme. Sonnabend nach Luciae 1573.
Die Zinsen für dieses Darlehn betrugen jährlich 66 Gulden 15 Schilling oder 50 Thaler. Hans von Bartensleben bestimmte diese Zinsen testamentarisch für die Armen der Stadt Werben. Vom Jahre 1586 an wurde den Armen Gewand, Korn, Semmel, aber auch baares Geld aus diesem großartigen Legat gespendet; hin und wieder wurden auch arme Schüler und Studenten daraus unterstützt.
Da die Führung der Rechnung über Einnahme und Ausgabe dieser Stiftung bis zum Jahre 1626, dem Einbruch des 30jährigen Krieges in Werben, dauert, so ist die Annahme begründet, daß der Krieg auch diese wohlthätige Stiftung vernichtet hat.
d) Schuldverschreibung über 400 Thaler, welche der Werbener Rat von dem Kurfürstlichen Amtmann zu Arendsee, Balthasar Striepe, Montag nach Michaelis 1616 aufgenommen hat. Über die Möne, welche der Rat dem Amtmann als Unterpfand verschrieb, finden sich in der oben angeführten Werbener Chronik nähere Nachrichten auf Seite 186.
e) Privilegium Friedrichs III., brandenburgischen Kurfürsten, an die Werbener Ratsherren Joachim Bertram, Joachim Jordan, Erasmus Ulrici und Jacob Steffens, die ehemals städtische, im 30jährigen Kriege zerstörte Ziegelei auf ihre eigenen Kosten wieder aufzurichten. 19. Dezember 1689.
Diese Ziegelei war 1631 von den schwedischen Soldaten zerstört und daselbst eine Batterie aufgeworfen, als die Kaiserlichen unter Tilly gegen Werben und das Schwedenlager heranrückten. Da der Rat kein Geld zum Wiederaufbau hatte, überließ man den Wiederaufbau jenen vier Werbener Ratsleuten; sie sollten im Besitz bleiben, bis ihnen alle Kosten wiedererstattet worden wären. Noch heutzutage befindet sich diese Ziegelei in Privatbesitz.
Das Lehnssiegel hängt in einer Blechkapsel an dem Brief.