Die Innungen.

Über die von den Innungen gehandhabte Armen- und Krankenpflege sind nur geringe Nachrichten vorhanden. Die Knochenhauergilde gab den Armen eine jährliche Spende im Werte von ungefähr 24 Schillingen. Von der Bäckerinnung wurde eine jährliche Spende von 1 Mark 30 Schillingen gegeben. Die Schneidergilde besaß für diesen wohltätigen Zweck ein Vermögen von 7½ Mark mit 1 Gulden 16 Schillingen Zinsen. Von den Werbener Gilderiefen sind nur der erneuerte Brief der Schuhmacher von 1477 und der Brief der Lakenmacher von 1569 erhalten. Während der letztere über die Krankenpflege keine Mitteilungen gibt, enthält der erstere eingehende Bestimmungen über die Krankenpflege erkrankter Kumpane (Gildebrüder). Sie gleichen im allgemeinen den bei der Zimmerergilde in Tangermünde geltenden und oben mitgeteilten Anordnungen, enthalten aber noch folgenden auf die wandernden Gesellen bezüglichen Zusatz: „Queme ettlich knecht wandernde und queme op eyne halue mile weghes na werben und kranck worde, schalen en de kumpan inhalen und by em don alze van krancken screuen steyt." Die Krankenkasse führte den Namen „unser leuen frowen busse" (Liebfrauenbüchse), sie war also unter den Schutz der Mutter Maria gestellt.