Neuere Zeit.
Von milden Stiftungen ist aus dem 18. Jahrhundert nichts zu berichten, auch im 19. Jahrhundert ist nur eine Stiftung entstanden. Am 6. März 1883 trat das am 21. April 1852 von dem Ratmann Johann Friedrich Ferdinand Achilles und seiner Ehefrau Elisabeth geb. Rüttel errichtete Testament in Kraft, auf dessen Bestimmung der Pachtbetrag von vier Stücken Acker im Bergeschen Felde, vom Bergeschen Wege bis zum Quaßgraben, jährlich an 12 arme und würdige Personen aus der Stadt am 1. Weihnachtsfeiertage möglichst gleichmäßig verteilt werden sollte. Die Pacht betrug anfänglich 84 Mark, sank aber auf 54 Mark jährlich herab.
Über die jetzige Armen- und Krankenpflege ist schließlich folgendes noch mitzuteilen. Die St. Johanniskirche, welche über ein erhebliches Vermögen verfügt, unterstützt die städtische Armenpflege mit einem Beitrag von 60 Mark jährlich, außerdem verteilt sie an ungefähr 70 Arme jährlich je 6 Zentner Kohlen oder ein entsprechendes Quantum Brennholz zu Weihnachten. Der städtische Armenetat bewegt sich zwischen 3500 und 4000 Mark jährlich. Der 1876 durch den Bürgermeister Boetel gestiftete Frauenverein sammelt monatlich Beiträge zu einer Weihnachtsbescherung für 50 bis 60 arme Schulkinder. Auch die bei den kirchlichen Trauungen einkommenden Opfer fließen gewöhnlich dem Frauenverein zu. Das 1872 von dem Elbtore erbaute Armenhaus enthält Wohnungen für zwei Familien und zwei einzelne Personen. Nach dem Etat der Kämmereikasse können jährlich für arme Kranke 450 Mark zu Unterstützungen und 200 Mark zu Medikamenten ausgegeben werden. Zur Unterhaltung einer Krankenstube mit zwei Betten sind 96 Mark jährlich ausgeworfen.