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was dem Topfhelm entwicket hatte, und der Kügelhelm, der zum Turnier diente, wurden nicht im Kriege gebraucht. Doch kehren wir zurück zu dem Hauptstück der Wappenkunst, dem Schilde. Ueber seine Form haben wir gesprochen. Es war nun alte Sitte der deutschen (und daher auch süddeutschen) Ritterfamilien ihren Stamm- und dann Brustschild mit einem Grund, die es im Fall, sei es in Farben zu versehen. Die Ausführung wurde in Hände der Schildbereiter (clypeatores) gelegt, jener Handwerkerzunft, die lediglich die Anfertigung und Wiederherstellung der Schilden handwerk- und gewerbsmäßig betrieb. So nicht der Inhalt des Schildes, den anzubringenden Schmuck nach seinem Wesen und seiner eigenen Wahl und Neberlegung dem Schildträger, wurde es lediglich dem, nach freiem Belieben überlassen, in ihn vielleicht die Farben angegeben wurden, in denen die Umrahmung des Schildes und die Eingrenzung der auf ihm darzustellenden Figuren ausgeführt werden sollten. Auch mag es vorgekommen, daß von einer Bemalung ganz Abstand genommen und nur eine Metallplatten, Nägel und Buckel gut- und kunstvoll geschmiedet wurden. So enthielt hier das hierhergehörigen Zeichen der Lilienhaspel, Kugeln, Anker oder Bibelkranze oder die Kreuzsterne, die Rosen, wenn nicht auch Balken und Pfähle und Sterne u. a. hierhin zu rechnen sind. - Wurden dagegen die Schilde malt, so kommen so ziemlich alle Gebrauchsgegenstände der damaligen Zeit in Betracht als Gegenstände heraldischer Darstellung, und Sinnbilder für Wappen verwendet werden. Wenn wir die großen deutschen Wappenrollen dieser Zeit, die Züricher Wappenrolle von etwa 1330 und der Conrad Grünenberg wappenbuch durchblättern, so fallen uns außer Thieren, Blumen und andern auf jagdbarem und Hausgetier, Greifen, Drachen und andere beflügelten, auch Pflanzen und ihre Theile die Menge der häuslichen und landwirthschaftlichen Gerätschaften auf, die als Wappenbilder verwendet werden. Aus der Trachtkunde sind es: Kriegsharnische, Helme, Schilde, Panzerhauben, Schwert, Spieße, Bogen, Pfeile, Köcher, Streitärte, Hellebarden, daneben auch Kleidungsstücke der bürgerlichen Tracht, wie namlich: Hüte, Kappet oder Angeln genannt --- die, die in Güte allgemein wurden, als Kopfbedenkung dienen ---, Mäntel; Hand-, Taschen, die als Wappenbilder benutzt wurden. Als alte und das belebte Feldwerk, das aus der bürgerlichen Tracht in die Wappenbilder übernommen worden ist. Wenn wir nun näher die Bilder auf den Schilden betrachten, so finden wir, daß auf ihre Wahl die herrschenden religiösen Sitten und Gebräuche, auch die natürliche Beschaffenheit des Landes Einfluß gehabt haben. Es hat, je der kleineren Länder Deutschlands eine besondere Heraldik, so daß alle die Wappenbilder eines bestimmten Landes von denen anderer Landschaften immer abweichen, und daß für Wappenkunde ist alhier, dort selten oder gar nicht an ihre Art, und man sieht das besonders nur hinsichtlich der Schildform, sondern auch hinsichtlich