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Wir haben hier auf diese Wappen der Geschlechter von Woltersdorf und Ambendorf, ihrer Mutter, ihrer Bekannten und 4 Urgroßmütter. Wir finden endlich in dem zweiten Urkunden der 8 Gebet der Reihe nach die Wappen der Barone von Eickendorf, der 2. Ehefrau des Bernhard von Ambendorf, ihrer Mutter, ihrer beiden Großmütter und ihrer vier Urgroßmütter. Die daraus ergebenen Ahnentafeln des Bernhard von Ambendorf und seiner beiden Ehegattinnen finden Sie in der Mark Delß Nr. 1. Es sind im ganzen 24 Wappen, die glücklicherweise in ihrem ursprünglichen Farben bis heute erhalten geblieben und für die Darstellung der Familien in Hinsicht der Genealogie und der Heraldik von geringem Werte sind. Zum Schluß noch eine praktische Anwendung der Heraldik: unsere Stephanskirche besitzt einen sehr schönen Abendmahlstisch, den sogenannten Schwebefeld. In den „Bau- und Kunstdenkmälern des Kreises Zeitz" von Otto Sommer wird er so beschrieben: Der Tisch ist durchweg einfach rund Formen und schön gezeichneten Ornamenten auf dem Fuße, das von vier unbestimmbaren Wappenschilden umgeben ist, gehörte mit Ausnahme der später aufgesetzten und mit Schrift ausgemalten runden Kuppa (die man sich in Halbkugelform denken muß) spätestens der Mitte des 14. Jahrhunderts an. Oberhalb und unterhalb des Fußes steht in verzierter Majuskel auf dem Rande Ave Maria gra (ia). Über die Geschichte des Tisches erfährt man nur das, was in den Zeitz Chroniken darüber geschrieben: Johann Blaufelder, Portemonnaie erster Hofprediger, habe zu seinen Andenken den Altar der Stephanskirche gestiftet. Aber auch die vier Wappen auf dem Fußringe, die oben unbestimmbar sind, bringen Licht in die Geschichte: Wir sehen 1. ein ... von Rotenhan 2. von Reitzenstein 3. ... 4. ... Danach nehmen wir an, daß der von Reitzenstein, der das Schloß ... Gut Niederfulbach bei Coburg in seiner Hand, der Schwä... ... Erbtochter, heiratete, der Eck, nachdem er ihr mit dem jungen Knappen und dem seiner Mutter, mit der seiner Frau und seiner Mutter hatte stehen lassen, über ein reisender Hofprediger, vielleicht auf seinen Bitten hin, stiftete. Damit er in seiner seligen Bestimmung gemäß verbleibe, glaube ich, daß er den von den Reitzenstein geraubt und dann diesen wieder von dem Schwebefeld angetragenen sei. Wäre das Fall gewesen, der Eck hätte damit unversehens abschließen. Jedenfalls besitzt die Stephanskirche in dem stattlichen Schwebefeld eine Stiftung von kunstreich interessant und bedeutendem Wert, auf den sie stolz sein kann. „Wir sind am Schluß. Ich danke Ihnen, daß Sie mir so lange geduldig zugehört haben. Es ist Ihnen das vielleicht nicht leicht geworden." Ja, wenn es noch ein Thema gewesen wäre, das mit der Gegenwart und ihren vielen wichtigen Fragen in Beziehung gestanden hätte! Wer hat denn in solcher Gegenwart, wie sie jetzt erleben, Interesse an der Vergangenheit? So könnten Sie fragen und ich wäre darauf vorbereitet. Wenn mir in meinen früheren Amtsjahren die Antwort durchaus nicht gefallen hätte, flüchtete ich mich in die Vergangenheit zurück, um ihre Geschichte zu erforschen. Darüber war ich immer wieder froh und getröstet, und so lange ich in diesem Rufe mich so gang unrecht und unerquicklich gelegen hätte, einmal im Bilde von der unergründlichen Gegenwart losgemacht und in die bessere Vergangenheit zurückgeführt zu haben. --- Sodann aber lassen sich doch manchmal Fäden der Begeisterung spinnen aus der Vergangenheit, in die unsere Thema uns gewiesen, und der trüben Gegenwart. Sie waren ja nicht ruhmlose Zeit. Schild und Helm und Helmbinde. Damit erinnern sie uns an glanzvolle Zeiten unserer vaterländischen Geschichte, an die Ritter in glänzenden Rüstungen im Turnier in fröhlichen Festen, bei Kampf und Gewandheit und Tapferkeit ihre Kräfte gemessen haben und um den Siegerpreis aus schöner Frauenhand gerungen. In einer Zeit, in der jeglicher Glanz fehlt, braucht die Gegenwart nach solchen glanzvollen Zeiten. Aber so auch wir die Sehnsucht nach solchen Zeiten nicht mehr erfüllen vermögen, möchten wir doch wissen, daß deutsche ritterliche Art, mutig und tapfer und treu sei und zu Gott und immer mehr in unser Geschlecht zurückkehre. --- Die Wappenkunde redet von den Zeichen, die sich einzelne Personen und Geschlechter zur Unterscheidung von anderen beigelegt. Den Mut und Willen über der Ehre dieser Zeichen. Weh dem, der solches Schild befleckt oder die Ehre verletzt! Mag's manchmal fehlen, die sogenannte Ehre, Ehrgefühl, --- möchten doch auch wir versuchen, aus den alten Trem, den Schild solcher Ehre blut zu erhalten, möchten wir allen die Schicksale unseres Volkes erleuchten, und die letzte die Ehre unseres Volkes gegenüber brutalen Feinden in Schlesienvertrage preisgegeben haben! --- Die Wappenkunde redet von Ahnenlisten. Wohl ist die Familienkunde in den