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Wappen mit einem Schrägbalken. Ob der v. Streitsweig auch das Wappen führt, es ist das Wappen von Rotenhan, 2. der einer jenfrucht sterbenden Linie, es ist das derer von Streitsweig. 3. ein Wappen mit einem Schrägkreuzschild, daß der von Meisenheim und 4. ein Wappen, welches bald in einem oberen Theile gespalten ist, das derer von Schaumburg. Das sind also nicht deutsche, sondern fränkische Familien. Der Verf. nimmt an, nicht aus Schweden, sondern aus Franken. Er stammt aber auch nicht, wie man angenommen, von dem schwedischen General Torstenson her, ist es so, so würde zweifelsohne dieser Wappen aus dem Schilde sein, das aber ist nicht der Fall; dieser Wappen zeigt einen Grifen, sieht also ganz anders aus wie die hier dargestellten Wappen. Wer von wem stammt, wollen wir um so mehr glauben, da der Schaumberg-Torpan, ein Nachkomme der hierdurch bezeichneten Familien, schreibt unter dem 22.1. 92: „Der Name stammt entweder aus der Schloßkapelle auf dem Schaumberg oder aus der Marktkirche in Coburg oder aus der Schaumburg (jetzt Sachsen-Meiningen). Da hier das letzte Vestiumtum, unter dem Schaumberg im Aug. 1640 von kaiserlichen Truppen unter dem Markgrafen de Crava zerstört wurde: Christoph Ludwig von Schaumberg oder Torkenson von Streithera. Oder er stammt aus der Schloßkapelle zu Niederfüllbach bei Coburg, wo ein Weiterstein mit deren Mutter eingesetzter, das Schoß- und Gut verheiratete; beide fielen 1642 oder 1644 der Wut der Kaiserlichen und Pfalzgräflich bei; wir glauben daß er aus der Dörfer, geschah bei der Belagerung von Coburg durch Tilly und Wallenstein." So weit der Herr Major. Wir müssen für diese werthvollen Mittheilungen zur Erklärung der Wappen die folgende Inschrifttafel aufstellen: Ludw. von Schaumberg Dr. von Streitsweig von Schaumburg (Epitaph) letzten Jahrzehnten auch bei uns erregt. Möchte denn die Familienforschung auch unter uns in dem Sinne erwachen, daß wir nicht nur feststellen, von wem wir abstammen, in welchem heimathlichen Boden unsere Familie wurzelt, welche Geschichte sie gehabt hat, sondern auch, daß wir mit Ehrfurcht vor unseren Vorfahren erfüllt, ihnen in allem guten Wesen und Wirken nachzufolgen uns bemühen. Die Wappenkunde redet von Grabsteinen, Epitaphien, Wappensteinen, also von Denkmälern, die den Verstorbenen zum Ehren gesetzt sind. Wir sagen Dankbar, daß das Geschlecht unserer Tage, berechnet in Sorgen der Nahrung und Politik, seine Todten, inbesondre seine großartigen Helden, zu schnell vergessen hat. Wie viel kann es aus der Wappenkunde lernen! --- Die Wappentafel kann, wie wir es am Bilde der Stephanuskirche gesehen haben, manches Dunkel der Vergangenheit aufklären. Darum ist sie doch nicht so ganz bedeutungslos, wie man sie vielfach ansieht. Und wenn ich Ihr Interesse an der Wappenkunde ein wenig geweckt, Ihre Wappenkenntnisse vielleicht hier und da ein wenig erweitert, Ihre Liebe zur Heimat Reich und Umgegend ein wenig mehr erweckt hätte, so würde ich mit reinen heutigen Nachforschungen überreichlich meinen Zweck erreicht haben.