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Ißen Reiches gemein sind. b. Wappdorf: Gespalten. Wir nennen nun b) Wappenbilder, die Menschen oder Thiere oder Theile von Tieren darstellen. Dahin gehören die von Einsiedel, mit einem von der Linken zur Rechten fortschreitenden braungefärbten Greifvogel. Das Wappen habe ich auf einer in der Ostrauer Kirche auf der Patronatsempore befindlichen Wappentafel gefunden. Eine von Einsiedel gehörte zu den Ahnen eines Herrn v. Nischkyham auf Ostrau und Großstein. An derselben Stelle ist auch eine Abbildung des Wappens derer von Gernitz, das einen Mann in schwarzer und v. quer gestreiftem anliegenden Rocke darstellt. Ferner gehört auch das Wappen derer von Drachsdorf mit einem wilden, an Haupt und Hüften grün bekränzten Mann, der die Keule in die Seite stemmt, mit der Rechten einen mit den Wurzeln ausgerissenen grünen Baum hält. Das Geschlecht wird schon 1290 genannt; es zu den ältesten jetziger Zeitweise angesehen, außer an seiner Stammhäus, in Ostrau und in Schaidischen, von Uffeln mit 7 geleiteten Morgenssternen mit flatternder v. Stirnlinde und v. Fragen. Von Uttenhof: Auf den Helm mitten eines offenen Fluges der Rumpf eines bärtigen Mannes mit Mütze und v. Aufschlage. Sehr zahlreich sind Viertelwappen, namentlich die jagdbaren Thiere, was eben auf den ersten Wappenschilden, die noch heute üblich sind, beruhen. Wir nennen Ferdorf mit einem aufspringenden neunfachen Wolf; die von Wolsdorf mit einem aufspringenden Wolf und nachgenannten in Caliss; die von Wolframsdorf mit einem aufspringenden Wolf mit Hirschgeweih auf dem Kopf, von dem Wölfsdörffern herstammend. Die Familie war auf Ostrau im 17. und am Anfang des 18. Jahrhunderts angesessen. Die von Liegnitzers und v. Drachwitz mit einem aufspringenden Biegenbock. Erstere Familie war in Lochsig, letztere auf ihrem Stammhaus; waren auch auf vielen andern Gütern angesessen; beide waren rittersmannbar. Die von Bünau, die im 2. und 3. Schilde v. u. ein v. nach vorn gestreiften Löwenkopf führen, der eine v. Linie mit der Spitze im Nacken hält. Das Wappen ist eins von den 24 Collegen, die der Rathszeit haben im 1. und 4. Felde in O. einen rothen Löwen und auf dem Helm einen wachsenden Bär, an offenem Rumpf; das Wappen befindet sich in Ostrau sowohl an der den näheren Seiterischen Kirchentafel wie auch auf der Wappentafel auf Patronatsempore; es war etwas schwierig, dieses Wappen zu bestimmen, weil der Name im Kirchenbuche später, auf der Wappentafel fälschlich, Vesper geschrieben ist. Wir nennen ferner die von Hansmus mit Kopf und Hals eines Kraniches, die von Schork mit von grünem Tuchdecke aufspringenden Hirsch, die von Felsdorf mit halbem rothen Feld, die von Brandenstein mit raubendem Fuchs mit Gans im Fange. Die von Hansmus waren im 16. und 17. Jahrhundert in Schaubach angesessen, wo noch einige Grabsteine in der Kirche sind, aber betteßtamm; Vorstliche an sie erinnern. Die von Felsdorf waren gleichfalls zeitweise angesessen; aber auch an vielen andern Orten, ihr Wappen befindet sich auch in Caliss. Von Bügeln sehen wir Adler, Elster unter den Wappen, Adler in dem von Nassen, Elster in dem von Zierendorf auf Caliss. Vom Wappen derer von Agendorf finden sich Abbildungen in der Kirche.