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und in Sachsen bei Familien auch mit wendischen Namen, z. B. von Beulwitz, von Leubnitz, Wilde, Betzin, von Briesen u. s. w. Es haben nicht alle Rittersgeschlechter, die in diese Liste gehören, sich aufgeschrieben worden können, weil mir ihre Wappen nicht bekannt gewesen, vielleicht, weil sie überhaupt nicht mehr vorhanden sind. Es haben auch nicht ausführlichere Angaben über den Sitz der genannten Ritterfamilien gemacht werden können; denn ich habe keine Aufgabe dieser Arbeit gehabt; nur einiges Hauptsächliche habe ich anführen können. Wir kommen nun zur Anordnung der Wappen. Es handelt sich zunächst um die Anordnung der Felder des Wappens, sodann um ihre Anordnung auf Grabsteinen, Epitaphien, Wappentafeln u. s. w. Die Bezeichnung rechts und links bezieht sich in der Wappenkunde das Gegentheil von dem, was man im gewöhnlichen Leben darunter versteht: es ist also im Wappenschilde die rechte oder vordere, z die linke oder hintere Seite. Ist der Schild in 4 Felder getheilt, z so beginnt man von links oben und zählt nach rechts und ebenso unten u. s. w., so daß also ein gewöhnlich in 4 Felder getheilter Schild eigen, wie sich bei den Wappen besser bewährt. Einen Balken, wie ihn Fig. 3 zeigt, nennt man einen Schrägrechtsbalken. 1 2 3 4 2 6 7 8 Aus der Anordnung der Wappen auf Grabsteinen, Epitaphien u. s. w. kann man die mütterlichen Ahnen des Vaters und der Mutter des Dargestellten ersehen. Es sind in der Regel 2, 4, 8, seltener 16 oder 32 Ahnenwappen angebracht. Wir nehmen im folgenden an, daß von der rechten und linken Seite nicht im blasonistischen Sinne, sondern im gewöhnlichen reden. Sind nur 2 Wappen, eins in der linken, das andere in der rechten Oberecke dargestellt, so bedeutet das linke das väterliche, das rechte das mütterliche Wappen. Sind 4 Wappen dargestellt; in jeder Ecke eins, so steht das links (1) das Wappen des Vaters, rechts (2) das der Mutter, unten links (3) das der väterlichen, unten rechts (4) das der mütterlichen Mutter. Stände also bei 1 das Lichtenhahnische, bei 2 das Werthersche, bei 3 das Beulwitzsche, bei 4 das Werthersche, so ergäbe sich für die auf dem Monument dargestellte Person folgende Ahnenreihe: 1) Valentin von Lichtenhahn 2) eine von Werther 3) von Beulwitz 4) von Werther. Nach dem Kirchenbuch von Ostrau ist der 1564 † Valentin von Lichtenhahn mit einer von Werther verheiratet gewesen. Bei 8 Wappen pflegen auf jeder Seite 4 unter einander zu stehen, z. B. in der Kirche auf dem Grabstein der Roswitzsche; 8 Wappen; in der Regel, von oben nach unten, die Wappen des Vaters, Mutter und ferner beiden Großmütter. Wir sehen links die Wappen des Vaters, rechts Mutter und ferner beiden Großmütter. Wir sehen links die Wappen des Vaters, rechts die Wappen der Mutter; auf jeder Seite, von oben nach unten: 1) von Lichtenhahn, 3) von Köller, 5) von Bünau, 7) von Beulwitz; und rechts 2) von Werther, 4) von Meich, 6) von Kalsgau und 8) von Werther. Daraus ergiebt sich folgende Ahnenreihe des Herrn von Lichtenhahn: von Meich 6) von Kalsgau von Werther 8) von Werther von Beulwitz 7) von Beulwitz von Bünau 5) von Bünau von Köller 3) von Köller von Lichtenhahn 1) von Lichtenhahn von Meich 2) von Meich 4) von Lichtenhahn Es kommt auch vor, daß die Wappen neben einander stehen. Ein solches arrangirtes Beispiel giebt sich auf der Roswitzschen Epitaphie. Es sind von rechts nach links doch bezeichnet mit 1-8 (vaterliche Seite) und 9-16 (mütterliche Seite), so daß sich für jeden sich auch bei den 16 Wappen, eins-oder rechts befindlichen, ihre Bedeutung erkennen läßt. Fig. 7. Die Vertheilung der Wappen hängt wegen ihrer feinen und oft zu beobachtenden Unterschiede ab. Wir finden auf dem Boden oben in der Mitte: die Reihe von rechts nach links die Wappen vaterlicher und mütterlicher Seite, ferner Wappen Großmütterlicher Seite. Wir finden ferner 4 Großmütter. Wir finden endlich zu den ganz unteren Reihen die Wappen der Urgroßmütter. Wir finden endlich von den fünf Vättchen.