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der Lieutenant Curles, in der auch ein gemaltes Grafftein des 1684 † Romanus von W., an der rĂŒcklichen Kirchenwand aufgestellt ist. Es folgt nun eine Gruppe mit Wappenbildern, die von Haus-, Jagd- und landwirtschaftlichen GerĂ€ten hergenommen sind: Die von Pflug fĂŒhren ein pflugschar, die von SchierspĂ€nen die von Möller ein Jagdhorn, die von Lichtenhagen einen Schlitten, hinter welchem die ZĂ€hne eines Harrowes hervortreten, die von Wustrow zwei nach oben gekehrte Sicheln, die von Krogh und aus dem Winkel drei rote pflugscharen ĂŒber einander, angezeigt waren die von Pflug hauptsĂ€chlich im 17. Jahrhundert in Heutebude, die von HĂ€llenhagen auf dem gleichnamigen Rittergut, die von Lichtenhagen bis ins 18. Jahrhundert auf Großhagen und Strau. Ein von Schierens Wappen ist auf der Strauer Wappentafel zu finden; sie werden eines Stammes mit den von HĂ€llenhagen seyn. Andere Familien haben wieder Pflanzen oder deren Theile gewĂ€hlt, so z. B. die von Eichenberg auf Großin, Pobitz, eine siebenblĂ€ttrige g. Eichentraube, mit den Wurzeln ausgerissen, die von Schöstedt, zeitweise auf Kuhnsdorf und Breitenbach angesessen, eine Rose, die mit 3 g. EichenblĂ€ttern im SchrĂ€gkreuz belegt ist, die von GrĂŒner mit dreimal verschlungenen Rosenkranz mit 8 Rosen, die von Rayna, auf deren Schild der Duerbalken belegt ist mit von oben 3, unten 2 mal gesetzten, quergelegten BaumstĂ€mmen, belegt von 3 # Scheiben (2:1), jeder mit dĂŒrren g. Zweige belegt, die von Pflug, die in 2. und 3. Felde einen Ast mit oben 2, unten 1 Lindenblatt haben, die von Doben zu Traupitz und Wedenitz, # mit m. Duerbalken, auf dem ein Baumstamm mit 2 gr. BlĂ€ttern quer liegt. Von den von Rayna, die zuerst in Rehnsdorf lange Zeit angesessen waren, befinden sich Wappen auf 2 Leichensteinen in der dortigen Kirche. Endlich sei noch eine kleine Gruppe von Wappen mit den Bildern von Himmelsgestirnen genannt: Die von Wilde mit einem links hin gelegten Halbmond, die von Traupitz, deren Wappen in der untern HĂ€lfte gespalten, oben 2 Sterne neben einander zeigt, die von Keller, deren Schild wagerecht halbirte, oben 5 sechsstahlige Sterne und drei Adlerköpfe zeigt und zwar oben 1 Stern zwischen 2 Adlerköpfen und 1 Adlerkopf zw. 2 Sternen darunter. Die Wappen der von Wilde und von Keller finden wir in Cahla, die von Traupitz waren ein kleines Adelsgeschlecht, das in den Stiftsgebieten Merseburg, Naumburg und Zeitz lebte. Zu dieser AufzĂ€hlung seien noch einige Bemerkungen gestattet. Es sind unter den aufgezĂ€hlten Wappen verhĂ€ltnismĂ€ĂŸig zahlreiche sagen, redende Wappen, die auf die Bedeutung des Namens hinweisen; bekanntlich liebte es vornehmlich der deutsche Adel sich solche Wappen zu wĂ€hlen. Es sei hier nur hingewiesen auf die von Einsebel mit dem Einsebel, auf die von Pflug mit der Pflugschar, auf die von Eichenberg mit der Eichentraube, auf die von Rech mit dem vor sich hingestreckten Rechskopf, auf die von Wolfsdorf und Wolfgramsdorf mit aufspringenendem Wolf, auf die von Steinsdorf mit rother Zinnermauer, auf die von Biegenherd mit aufspringendem Biegenhund als Wappen. Ferner zeigen sich auch Wappenbilder, die plastische Herkunft verraten, wie Halbmond, Sterne und eine SchrĂ€gkreuzcombination. Wir erinnern an die von Wilde mit dem Halbmond, an die von Eichenberg mit einer Rose, die mit 3 gr. EichenblĂ€ttern im SchrĂ€gkreuz belegt ist, an die von Traupitz mit 2 Sternen, an die von Keller mit 8 sechsstahligen Sternen. Man sollte vielleicht in einer Gegend, wie die unsere Gegend, heimtheils slawisch gewesen, mehr solche Familien mit slavischen Wappenbildern vermuthen. Es kann nun vielleicht daran erinnert werden, daß der Ursprung nach slawische Geschlechtern nicht immer dem thĂŒringischen Oberhaupt nach ihrem deutschen oder thĂŒringischen BeschĂŒtzer ihre Wappenbilder angenommen haben, oder daß das slawische Geschlechter ihre Wappen erst nach ihrer Christianisirung von Bischofleuten erhalten haben, oder daß sie vielleicht die Gestaltung der Wappen nach den Gelbarten einigermaßen hĂ€tten. Jedenfalls finden sich Halbmonde, auch in Verbindung mit Sternen hĂ€ufig in Gegenden, in denen eine starke slawische Bevölkerung bestand, rote mit Hoggwild von Lichtenhagen 5) von Wimax von Ader 7) von Germitz von Lichtenen von Lichtenhahn 8) von MĂŒller 2) von Köder Nebenbei sei es bemerkt, daß der kleine Wustrow erst nach langen MĂŒhen und Forschungen festgestellt werden konnte, weil bisher nicht fĂ€lschlich in KirchenbĂŒcher gesetzt und aus gut her Recht von dem 1720 erneuerten Maler geschrieben war, nĂ€mlich Rausch, ein Maler, der in der Vorstell ungkehrt ist. Das Wappen auf der erneuerten Wappentafel ist völlig unterrichtet worden; sie ist vor 6& verarbeitete Landmann von Warcheid, der vorstehende das Wappen in Wappen, 9. „Deutscher Herold" enthĂ€lt, zeigt daß das Wappen des altthĂŒringischen sĂ€chsischen Adelsgeschlechts von Rausch zu Schloß einen schwarzen Adler.