IV.
Die Pastores und Inspectores, so von den zeiten der Kirchenverbesserung dieser Kirche vorgestanden, sein folgende:
Augustin Bringmann, so A. 1539 von Königsmark berufen worden, und hernach dieser stelle 7 jahr betreten hat, und wegen gewisser lehrsätze 1546 seines amts erlassen worden.
M. Johann Ulrich, A. 1546 angenommen, A. 1548 verstorben.
Ambrosius Bahrt, A. 1549 angetreten, hat gelebet bis 1588. Sein grabstein ist noch in dem kohr zusehen mit dieser aufschrift:
Ambrosius Barth obijt 1 Maji. Aerae Christianae 1588 aetatis vero suae 68. cum Stendaliae Diaconum in Ecclesia Cathedr. 4. sed hic 40 annos Pastorem fidelem egisset, cui Jhesus conferet loetam resurr. Abba Pater †. Posterior. Timoth. 4. Militavi bonam militiam, cursum consum: fidem servavi.
G. D. U. L.
Chorion Christiparae conteret caput colubrae Genes. 3. Curavit poni Johannes Barth filius, hujus Ecclesiae Diaconus Ao. 1597.
( Von eben diesem Barth ist im hohen altar an einem pfeiler über dem Predigerstuhl noch ein kostbares ehrengedächtnüs vorhanden, davon die grundstükken und seulen von seinem weissen marmor, und oben der Salvator resurgens mit der fahne von gleichem marmor, alles aber von ausserordentlich sauberer ausarbeitung gewesen: hat aber das unglük gehabt einer witzigen und diebischen hand zugefallen, welche des Salvatoris bild entwendet. Auch sein ein paar seulen davon zerbrochen.
Der namen dieses mannes ist auch in dem Concordienbuch zufinden, wird alda zwar Ambrosius Borth, nicht Bahrt geschrieben; aber der rechte namen ist Barth, wie dann dessen nachkommen annoch vorhanden, und den namen Barth führen. Enzelt nennet ihn mithin s. 19. auch unrecht Barbatus, da er ihn nach damaligem gebrauch im Lateinischen geben wollen, wie Melanchthon, Chytraeus u. a. m. gethan; dann er ihn entweder nur mit der Lateinischen endigung Barthius, oder übersezt Barba hätte nennen müssen. Er selbst hat sich in den rechnungen und kirchenbüchern nicht anders, als Barth geschrieben, und der sohn nennet in obiger grabschrift den vater Barth, nicht Barbatus. )
M. Anton Dörler, von Seehausen berufen, gelebet bis A. 1592.
M. Ludgerus Aquilius, in eben dem jahre 1592 angetreten, verstorben A. 1601.
Johanni Barth, vorgemelten Ambrosii sohn, so eine zeitlang Diaconus gewesen, hernach Pastor worden, und gestorben A. 1613 besage nächststehender grabsschrift:
Johannes Barth obijt A. 1613 aetatis suae 51 cum Diacono in hac Ecclesia Christi egisset Annos 13 Pastorem vero Annos 11, cujus anima requiescat in Pace.
Transitus celer est & avolamus, welche worte neben seinem bilde, so daselbst vorhanden, zulesen.
M. Jakob Gebhard, zuvor Rector zu Tangermünde, berufen A. 1613, gestorben A. 1620. Sein bildnüs ist zur linken hand des altars zusehen mit den worten: M. Jacobus Gebhardi Pastor hujus Ecclesiae & vicinarum Inspector fidelissimus, doctissimus pie in Christo obdormivit Calend. Januar. A. 1620. aetat. 41. In der mitten:
Epitaphium.
Jacobi jacet hac Gebhardi corpus in Urna
Et placide extremum dormit ad usque diem.
Spiritus at superae Patriae susceptus in Aula
Percepit in Christi gaudia vera sinu.
Darunter: Pf. 55. Iacta super Dominum. Matth. 10. Estote Prudentes.
Man muß aber diesen Jakob Gebhard wohl unterscheiden von einem andern Jakob Gebhard, welcher ebenfalls in Tangermünde Rector gewesen, aber auch daselbst als Rector 1638 verstorben.
M. Michael Werner, berufen von Bölsdorf, hat bis ins vierte jahr diesem amte vorgestanden, und ist gestorben A. 1624. Sein bildnüs ist hinter dem altar zusehen, mit dabei stehenden worten:
Aspice sic humeris habitum, sic ora serebat
Interpres Legis natus ad Astra Poli Vivebat vivens Christo, nec mortuus ille
Vivere cessabit, maxime Christe, Tibi.
Palmus Grube, erstlich eine zeitlang Diaconus, hernach zum Pastorat berufen, worin er nur ein jahr gelebet.
Peter Wiere, von Iden berufen A. 1625, gestorben A. 1632, 20 Jan.
Johann Springinsguth, zuvor auch Diaconus, A. 1634 aber zum Pastore bestellet, und verstorben A. 1669, 20 Dec.
Valentin Gottfried Helwig, erst Rector zu Havelberg, angetreten A. 1670, gestorben A. 1673, 12 Mai.
M. Johann Pitschki, zuvor Prediger in dem Stätlein Werder, hernach anhero versetzet, und angetreten A. 1674, gestorben A. 1695, 30 Dec. Sein bildnüs ist an dem pfeiler zur linken hand des altars zusehen mit der beischrift: M. Johannes Pitschki Ecclesiae Werbensis Pastor & Vicinarum Inspector Natus Hamburgi A. 1649. die 24 Maiji.
Sic me depingunt: Sanctus me Christe resingat Spiritus & pingat me rubor ille tuus.
Symb. Manet Jesu Proximum polus J. V. Hallae pinx. 1681.
Sistitur hic facies Pitschki Werbensis Epoptae;
Ingenij dotes pingere nemo potest. Iconem amicitiae sub icone Amici Halae Saxon. depicti exhibebat Andr. Christophorus Schubartus S. S. Theol. D. Templ. Ulriciani Pastor & Gymnasij Inspector.
Wiewohl diese grabschrift die Erden gänzlich wegnehmen lassen. Von seinen schriften s. Rüdemanns Coll. I Th. s. 103. und II. Th. s. 238. Sein Vater gleiches namens kommt vor in den Perlebergl. Gesch.
Georg Strub, zuvor Diaconus bei dem Dom zu Havelberg und Prediger in Jederitz 25 jahr, hat bis ins achte jahr hier gelebet und ist 1702, im Oct. gestorben.
Er nennte sich Kaiserl. gekröhnt. Poeten und war des Elbschwanordens Mitglied Musophilus genannt. S. Rüdemann I Th. s. 104, 239.
Johann Henrich Sprögel, zuvor Diaconus auf dem Stiftshause zu Quedlinburg und 1703 anher gekommen, von hier aber als Praepositus nach Stolpe berufen.
Gottfried Arnold, Sprögels Schwiegersohn, A. 1705 angetreten und A. 1707 nach Perleberg zum Inspectorat berufen. S. Perleb. Gesch. §. IV.
(Joachim Raue, ein Vater des Berlinischen Probsts dieses namens. War zuvor Archidiaconus in Perleberg, angetreten mit dem neuen jahr 1708, verstorben 26 Jun. 1720.
Hr. Paschasius Markgraf, vorher Prediger in Schenkendorf, nachgehends Diaconus in Werben, und endlich Pastor und Inspect. Er ist der bruder und respect. vetter von den Herren Markgrafen, welche durch ihre geschiklichkeit und erfahrenheit in Pharmaceuticis, Chymicis und heilungskunst sich berühmt gemacht, und ist gest. 1739, 14 Mai.
Seine grabschrift, welche in hohen kohr nahe bei dem altar zusehen, lautet also: „Hier ruhen die Gebeine des wayl. Hoch Ehrw. und Hochgelahrten Herrn Paschasii Markgrafen, gewesenen Insp. und Past. alhier. Er war im Dienste seines Herrn treu, im Lehren rein und gründlich, im Glauben rechtschaffen, im Leben unsträflich, im Leiden unverzagt, im Tode getrost. Gott verleihe ihm das Leben zu Ballerstedt 1673 den 26 Sept. das Predigamt zu Schenkendorf bei Berlin 1701, zu Werben das Diaconat 1715, das Inspectorat und Pastorat 1720, einen seligen Tod 1739 den 14 May, da er gewesen war im Ministerio 37 Jahre, 6 Monate, in dieser Welt 65 Jahre, 7 Monat, 18 Tage. 2 Corinth. VI. Als die Sterbende, und siehe wir leben. Er hat sich mit Elisabeth Rükkerin, gebohren zu Schwanbek 1702 den 18 Januar. verheiratet, und mit ihr 6 Söhne, und 5 Töchter gezeuget, davon aber nur noch 2 Söhne und 3 Töchter leben. Der eine Sohn ist Apotheker in Osterburg; der andere Sohn ist hier in Werben Burgermeister und Ziesemeister. Die älteste Tochter ist an Hrn. Kaufmann Tielebein in Berlin verheiratet; die andere Tochter ist an Hrn. Burgermeister Hupe hier in Werben verheiratet; die dritte Tochter ist an Hr. Uden, Pastorem in Iden, in der Werbenschen Inspection gelegen, verheiratet.“
Hr. Johann Joachim Damke, aus Stendal, geb. 1707, 28 März. War vorher Feldprediger bei dem Prinz Leopold. Regiment 1735, und hat 1740, 2 ☉ Trinit. das Inspectorat angetreten, dem er noch unter Göttl. segen vorstehet.
Unter den Diaconis nach der Kirchenverbesserung ist der erste gewesen Laurentius Pascha, der 1546 hieher, 1548 aber nach Wilsnak berufen worden. S. Buchholz Programm. de vitis Pastorum & Inspectorum … Kyrizens. Eccl. s. 8.
Pascha Woltmann oder Waldman, ist in eben dem Jahr berufen worden, und hat diesem amt bis 1588 vorgestanden, da er gestorben.
Johann Bahrt, ist Pastor geworden 1602.
Palmus Grube, kam 1602 an dessen Stelle, wurde aber A. 1624 Pastor.
Johann Springingsguth, folgte ienem 1625 nachdem er vorher Rector gewesen: und wurde 1634 Pastor. Ihm folgte )
Hieronymus Bremer, so 1638, 13 Jan. gestorben.
Georg Gottschalk, wurde aus Röbelin berufen, und starb 1670.
Joachim Neumann, ist anfangs Prediger zu Mansfelde in der Prignitz gewesen, darauf hierher zum Diaconat berufen, endlich aber 1673 von hier nach Bezendorf gegangen, und daselbst Pastor worden.
Stephan Schreiber, bisheriger Prediger in Iden; so von hier zum Diaconat bei S. Marien Kirche zu Stendal berufen, und A. 1680, daselbst Pastor worden. S. Stendal. Gesch. §. V. n. 8.
Johann Schulze, welcher aus dem dorfe Neuenkirchen anhero berufen worden, ist gest. 1699, 26 März.
(Samuel Ulrici, geb. zu Alt Salzwedel, von Kotsebu berufen. Er hat 1684 zu Jena unter Casp. Sagittario die disp. Historia Marchionum & Elector. Brandenb. vertheidiget, und starb A. 1713.
Paschasius Marggraf, 1715 anher berufen, und 1720 Pastor und Inspector worden. S. oben.
Hr. George Lamprecht, gebürtig aus Spandau ist 1721 eingewiesen worden, 1729 aber Inspector adiunctus zu Spandau geworden.
Hr. Konrad Gottfried Stofregen, des hiesigen Burgermeisters Sohn, welcher 1729, 2 Advent sein amt angetreten, dessen aber verlustig, und wieder Prediger in Memke bei Salzwedel worden.
Hr. Johann Ragge, aus Elbing: geb. 1701, 29 Jun. war erst Pastor Adiunctus in Teutsch und Groß Aulosen 1730. Trat hier als Diaconus an 1737, ☉ 2 Trinit.
Der ietzige Diaconus ist Hr. Samuel Ulrici, vormahls Pastor im dorfe Kotsebue bei Seehausen belegen.)