VI.

Noch ist eine besondere Kapelle vorhanden gewesen zum H. Geist, so vermöge Diplomatis Helperici de Rudingheim A. 1313 errichtet worden, nach der zeit aber in abgang kommen, und ietzo zum Salzhause gebraucht wird. Es haben auch der Kommentur Henrich Ratzenberg und E. Raht zu Werben A. 1461 eine Kapelle von S. Gertraut vor der Stat errichtet, wobei zugleich ein Hospital gewesen, dessen nachricht in folgender urkunde enthalten:

„Ick Broder Henrick Ratzenberg Ordens Sanct Johannis Comptor to Werben, und my Burgermester und Radmanne derselben Stad Werben, bekennen openbar, vor alle den jenen de disser open Breff seen oder horen lesen dat my andeechtliken und wol beraden Gade dem allmechtigen Maryen der Reynen Kuschen Jungfrouwen syn moder und alle Gades Hilghen to enen ewegen laue, doch sonderlich in de Ere und werdicheyt der hilghen Jungfrowen Santt Gertrude averste Patrone, und in de Ere des hilghen Märtelers Urbani und Sant Margariten ore mit Patronen alle Cristen Sylen, unß und alle unsen Olderen und Vorfahren Sylen to hulpe und to troste, Erbauen und gestichtiget hebben ene Cappelle vor und buten der Stat Werben gelegen, in sulker mate und wyse, dat men dar enen werttiken Prister tovogen scall und bestellen, zu vake alse des not syn werden, deme de Rad Olde und Nye endrechtigen de Capelle besehlen Schullen, de dat Jahr omme to ewigen thyden, de ene na dem andern also sy bestediget werden to Juwelker weke schall verplichtet syn to lesende in der Capelle vyr Missen, und yeter weke ene Misse to troste und do hülpe alle Cristen Zylen, de andern dre nach gefallen und wyllen des Pristers. Desse Missen schall me lesen und holden alle tyd na der Vromissen und na der Homisse de Parkerken so bescheiden dat dem Perner und der Kerken ton vir tyden des Jars umb den andern Osterdage nicht schade van enstyd etc. 1461 d. Mathie Apostoli.“

Und zwar hat dieses Hospital zu S. Gertraut vor dem Elbthor ausserhalb der Stat gestanden, und ist 1424 von dem Herrenmeister Busso von Alvensleben gestiftet, A. 1595 aber bei dem damahligen durchbruch der Elbe durch das wasser verderbet worden, und eingegangen, daß es darauf in der Stat an das Diaconat haus verleget, aber daselbst bei währenden kriegeszeiten auch wieder zerstöret worden.

Ingleichen hat ein Hospital von S. Jürgen samt einer Kapelle gleiches namens vor dem Seehausischen thor an der strasse gestanden. Die Kapelle ist A. 1483 von dem Herrenmeister Richard von Schulenburg und dem Magistrat zu Werben gestiftet: „Dem Almechtigen gade, Marien der Reynen Kuschen Jungfrouwen Syn moder und alle gods Hilghen to ewighen laue, doch sunderliken in dy ere unde werdicheyt des hilghen Ridders unde Mertelers Gunthe Georry auerste Patrone, unde in de ere der Hilghen Frouwen Gunthe Annen, in de Ere der Hilghen merteler und Dynaken Gunthe Stephen unde Gunthe Laurentzen Meth Patronen, aller Cristen zelen etc. mehrentheils wie in dem vorigen 1483. ♂ nach Reminiscere. Beide Rich. von Schulenb. und der Raht vermachen zu unterhaltung des Priesters von vierthalb hundert gulden Rente.“ Und A. 1519 am tage Martini haben Henning, Kone, Hanß und Heyno gebrüdere de Rangherslaghen E. Raht zu Werden und Commendisten der Kapelle S. Georgen vor Werben ihren hof zu Ghermerslage vor 40 Rhein. volwichtige ghude geholt Ghulden verkauft. Der König Gustav Adolph von Schweden aber hat es A. 1631 nebst der kleinen Vorstat, bei damaliger befestigung der Stat, einreissen, und eine schanze dabei anlegen lassen. Und sein noch immer die überbleibsel zusehen gewesen bis 1739, da die steine ausgegraben und meistens zum neu angelegten Kirchhof 1740 angewendet, auf dem platz aber eine scheune aufgebauet worden, wofür der Kirche jährlich ein gewisses entrichtet wird. A. 1741 ist der Kirchhof aus der Stat vor das Seethausische thor gebracht worden.

Bei der Schule stehen ietzo als Rector: Hr. Zachar. Julius Franke: als Conrector, Hr. Sam. Buchholz; als Tertius Hr. Johann Friedrich Schwarzenholz.

Sonst haben sich bei der Schule verdient gemacht 1. Hr. Johann Barth, welcher vom Rectorat zum Diaconat, und endlich zum Inspectorat gelanget ist.

2. Johann Springinsguth, welcher vom Rectorat zum Diaconat, und Inspectorat hinauf gerükket ist.

3. Joachim Daniel Wehling, welcher vom Rectorat abgedanket, und Senator, endlich Pro-Consul alhier geworden ist.

4. Joachim Köppen, der zwar nichts geschrieben hat, aber ein fleißiger Mann gewesen ist, und geschickte Leute gezogen hat, unter welchen auch der Hr. Feldpropst Karstät gewesen.