Schanzarbeiten bei Neu-Goldbeck.
In den „Stendaler Beiträgen“, Band IV, S. 221 bis 225, 227, sind nähere Nachrichten über Schanzarbeiten mitgeteilt, die auf Befehl des Kaisers Napoleon 1813 bei Neu-Goldbeck vorgenommen werden mußten. Die Elbe bildete ja damals hier die Grenze zwischen Preußen und dem französischen Königreich Westfalen. Auch in der Chronik Werbens und im 40. Jahresbericht des Altmärkischen Geschichtsvereins ist davon die Rede. An der erst genannten Stelle ist auch eine Zeichnung beigefügt. Wir können uns daher mit einem Auszug aus dem Werk „Manuskript von 1813 oder kurze Darstellung der Begebenheiten dieses Jahres“, ein Beitrag zur Geschichte des Kaisers Napoleon, von Baron Fain, damaligem Kabinettssekretär, II. Band, S. 42, Stuttgart und Tübingen, Cotta 1825, begnügen: „Zwischen Magdeburg und Hamburg soll sich ein neuer Kriegsplatz erheben. Werben, das etwas tiefer als Havelberg liegt, beherrscht den Einfluß der Havel in die Elbe. Dort will nun der Kaiser eine Festung anlegen. Der Kapitän Lamezan erhält den Auftrag, diese Arbeiten zu beschleunigen; er soll alle Hindernisse hinwegräumen und mit der Nachricht zurückkommen, an welchem Tage dieser Platz die Kanonen werde aufnehmen können.“ Wir wissen aus den angeführten Stellen, mit welchem starken Aufwand und großem Eifer die Schanzarbeiten bei Neu-Goldbeck und Werben begonnen wurden. Es schien tatsächlich so, als ob sich ein furchtbares Kriegsungewitter über diese Gegend zusammenziehen würde. Da kam am 14. Juli plötzlich und unerwartet der Befehl nach Werben, die Schanzarbeiten einzustellen und die Wälle abzutragen, was denn auch gleich begonnen, aber erst 1815 völlig beendet wurde. Nach den für die Franzosen unglücklichen Kämpfen bei Groß-Beeren und bei Wartenburg zog sich der Freiheitskrieg immer mehr nach dem Süden, bis dann im Oktober die Entscheidung bei Leipzig zu Napoleons Ungunsten fiel. Die Werke an der Elbe waren überflüssig geworden.