4. Die Käcklitzer Kirchenvisitationsabschiede.
Schon oben ist bemerkt worden, daß Käcklitz im Mittelalter einen eigenen Pfarrer besessen hat; wir hören sogar den Namen eines solchen Pfarrers im Jahre 1489, Jochim, plebanus in K. Daher heißt es in dem Jahre 1472, daß die Stoltinge das halbe Kirchlehn haben. In dem „Abschiede" vom Jahre 1551 werden die Gehaltsteile des Pfarrers aufgezählt, die, da kein Pfarrer in K. mehr ist, dem Pfarrer in Polkritz, wohin K. nun eingepfarrt ist, zukommen. Solche Einkommensteile sind 2 Wispel Korn von ½ Hufe Landes zu K., ferner der Vierzeitenpfennig, Brot und Wurst aus jedem Hause des Jahres, je 1,4 Pfg. von dem Kossaten Claus Maßen, hat auch die Ostereier, endlich 27 Schfl. Korns, u. zw. geben dazu die Pieverlinge auf dem Rosenhof 9 Schfl., Christoph Pieverlings Söhne in „Koklitz" bei der Kirche 6 Schfl., Laurentius Pieverling 2½. Nach dem Abschiede von 1600 haben auch Hans Stolting und Peter Pletz zu K. Kornabgaben an den Pfarrer. Daß K. eine eigene Pfarre gehabt, geht ja auch aus der Bemerkung des Abschieds vom Jahre 1581 hervor: „Köckelitz 1581: hat einen wüsten Pfarrhof (übrigens wie 1551)" und „1600: Collatores die Piverlinge und haben die Stoltinge den halben Teil am Kirchlehn zu Köcklitz vermöge ihrer producierten Lehnbriefe. Lorenz und Jürgen Piverling, desgleichen ist Hans Stolting zugegen gewesen"; „Kirche 1600: Die Gotteshausleute: Hans Lentze, Geryke Schulte; der Schulze: ist keiner; die 4 Aeltesten: Hans Stolting, Claus Ruwe; mehr sind nicht Leute im Dorfe ohne die Piverlinge. Hat jetzt an Hauptsumme auf Zins ausstehen 555 Gulden, hat ein sonderlich Buch, darinnen ihr Einkommen verzeichnet." Wir können daraus entnehmen, daß die Kirchenpatrone, die von Pieverling und die Stolting, treulich für ihre Kirche gesorgt und auf Ordnung im kirchlichen Rechnungswesen gehalten haben.