2. Die Wolfsburg.
Angrenzend an den Seehof liegt ein Hof, über den nur wenig hier ausgeführt werden kann, weil nur ganz wenig über ihn bekannt ist. Bratring nennt ihn an der angeführten Stelle „ein adliges Lehngut“. Welchem adligen Geschlecht aber dieses Gut gehörte, kann nicht mit Sicherheit bestimmt werden: vielleicht gehörte es den von Koenigsmark. Ein Howe von K. wird in einer Urkunde von 1437 als Verpfänder von Renten an das Seehäuser S. Gertraud-Hospital genannt und es
Dorf in der Wische.(Nach einer Radierung von E. Maeß, Seehausen)
wird gesagt, daß diese Renten in Alt-Wendemark auf den Höfen von Peter Krust und den „Szerutzynn“ (sicherlich „Zernitzen“) ruhen. In dem letzten Lehnbrief derer von Rathfeld-Lichterfelde vom Jahre 1620 finden wir, daß ihnen die Gerichte über einen Hof zu Wendemark, die „Wolfsburg“ genannt, gehörten, welchen damals Claus Kratz bewohnte. Außer den Gerichten hatten sie noch den Zehnt über 4 Stücke Landes, neben Fabian Raue gelegen, ferner den Zehnt über eine Hufe in Matthias Taggens Hof zu Wendemark. Nach dem 30jährigen Kriege übernahmen einige Werbener Bürger für ein geringes Entgelt Wendemarker Höfe, um die durch den Krieg völlig verwüsteten Höfe wiederherzustellen und die Felder wieder zu bestellen. Nächst dem Werbener Bürger Lorenz Gleim, der den Seehof übernahm, wird Hilarius Kratz genannt; Es ist anzunehmen, daß er den vor dem Kriege im Besitz seiner Familie gewesenen Hof erwarb. In der Geschichte des Seehofes hörten wir von einer Witwe Dahmsen, mit welcher als seiner Nachbarin der Pächter von dem Seehof, der hier zum ersten Male den neuen Namen Neu-Goldbeck trug, sich im Jahre 1777 über eine Grenzregulierung einigte. Zur Zeit der 1. Ausgabe dieser „Beiträge“ war der Hof im Besitz der Familie Elendt.