Hof Nr. 12.
Der südlichste Hof an der Straße Werben—Giesenslage trägt heute die Nummer 12; er ist Jahrhunderte hindurch in dem Besitz der Familie Köhn gewesen. Die erste urkundliche Erwähnung der Familie finden wir in jenem oben angeführten Vertrage der Stadt Werben und der Erben des Hunre Bubbart vom 30. Juni 1470, denn in ihm wird Klaus Kone als Zeuge erwähnt. Im Jahre 1472 wird von Hebungen berichtet, die Claus Kratz von Werben und Matthias Kratz von Behrendorf, Brüder, in Behrendorf haben, wie oben bereits kurz erwähnt ist; ob aber der schon dort mit einem Fragezeichen versehene Name Kam als Kone gelesen bzw. gedeutet werden kann, ist wohl wahrscheinlich, aber nicht bestimmt, wie denn überhaupt unrichtige Wiedergabe von Namen in den Urkunden dem Heimatforscher viel Kopfzerbrechen machen kann. In den Kirchenvisitationsakten vom Jahre 1542 wird bei dem Einkommen der Commenda der Capella S. Georgii auch ein Posten genannt, den Thomas Koenen zu Behrendorf Martini zu entrichten hat, worüber der Rat die Verschreibung hat. In demselben Jahre heißt es, daß der Küster zu Werben in Behrendorf jährlich auch Claus Conen ½ Scheffel Getreide aufzuheben hat, ebenso wie 1 Brot und 1 Wurst. Und wie Diedrich Wilde in dem etwas älteren Konzept des Abschiedes, in dem von dem Einkommen des Werbener Gotteshauses die Rede ist, genannt wird, so auch Clawes Conen in Behrendorf. Unter den „Buden Leuten“, d. h. den außerhalb der Stadt wohnenden Abgabepflichtigen, wird in dem Register der jährlichen Zinsen und Aufkommen des Gotteshauses auch Chim Kone (Achim Koenne) genannt. Die nächste Erwähnung bringt uns das Werbener Kirchenbuch mit seiner Notiz: „1598, 6. 1., läßt Hans Koene aus Behrendorf seinen Sohn Hans taufen“. Er wurde Rademacher in B. und verheiratete sich mit Elisabeth Betke. Ueber seine Kinder gibt uns die von Hermann Kühn, Friedenau, herausgegebene Geschichte der Familie Kühn nähere Auskunft, die wohl auf den Eintragungen des Werbener Kirchenbuches beruht. Es wird darin bemerkt, daß der Sohn Christianus, 1638 junger Ackersknecht in B., sich mit Maria Pagenkopf verheiratet hat, und daß der Sohn Hans 1644 den Hof des Vaters übernahm und sich am 24.10.1671 mit Margarethe Pforts verheiratete. Wie weit diese genealogischen Notizen zutreffen, kann ich leider nicht nachprüfen, ebenso wenig nachweisen, welche verwandtschaftlichen Verhältnisse zwischen den genannten Familiengliedern der Reformationszeit bestanden hat. Wenn aber unter den Deichpflichtigen Behrendorfs in der Deichrolle vom Jahre 1695 wieder ein Hans Köhne genannt wird, so können wir mit Genugtuung feststellen, daß die Familie ihren alten Stammsitz glücklich durch die Schrecken des 30jährigen Krieges hindurchgerettet hat. Bis zum Jahre 1899 ist der Hof Nr. 12 in dem Besitz der Familie geblieben, dann in den des Herrn Walter Bleyl übergegangen. Dr. Böhme führt a. a. O., Seite 143, die Namen der Besitzer von 1787 bis 1899 an. Zweierlei müssen wir eingestehen: Wird sind doch noch einmal hier in die ältere Zeit zurückgegangen, obwohl wir über die Geschichte der Höfe in jüngerer Zeit schreiben wollten, und dann das andere: Wir haben überhaupt keine Geschichte des Hofes schreiben können, weil unsere Bemühungen um Hofakten vergeblich gewesen sind, sondern nur einen Beitrag zur Geschichte der Hofbesitzerfamilie Koehn.