4. Beckers Hof.

Das älteste urkundliche Zeugnis über den an der Behrendorfer Grenze gelegenen Giesenslager Hof datiert, wie das Kannenberger Archiv es uns verrät, aus dem Jahre 1462. In dem genannten Jahre belehnte Kurfürst Friedrich II. den Osterburger Bürger Otto Boldemann mit 1¾ Hufen Landes in Giesenslage und ½ Hufe im Behrendorfer Felde samt der auf beiden Stücken ruhenden Bede und dem Bedekorn. Schon Otto Boldemanns gleichnamiger Vater war im Besitz des Gutes gewesen. Adels-Urkundenwerk berichtet uns noch von zwei Belehnungen aus den Jahren 1472 durch Albrecht Achilles und 1532 durch Joachim I. Die letzte Belehnung erfolgte nach dem Tode von Hans und Dietrich Boldemann für deren Söhne Achim und Joachim; dabei wird der Besitz als „freies Lehn" bezeichnet.

1609 erwarb die Stendaler Bürgerfamilie Schönhausen das Gut wiederkäuflich von den Boldemanns. David Boldemann verzichtete 1703 im Namen seiner Familienangehörigen auf den Wiederkauf und die Schönhausen verkauften nun das Gut für 1500 Taler dem Rittersassen Andreas Becker in Rintorf. Zwei Jahre darauf erfolgt die Belehnung des Freisassen Andreas Becker mit dem Freigut zu Niedergiesenslage durch König Friedrich in Preußen. In dem Besitz dieser Familie Becker blieb der Hof bis 1903. Dr. Böhme nennt als Besitzer 1810 bis 1847 Nikolaus Becker und Frau Catharina Dorothea, geb. Storbeck, 1847 bis 1895 nach ihm Friedrich Becker und 1895 bis 1903 dessen Erben.