5. Jordanshof.
Der südlichste, am weitesten nach Busch zu gelegene Hof ist wiederum ein Freihof, der, weil er lange Zeit im Besitz der Familie Jordan gewesen, auch noch auf Karten neuerer Zeit als Jordanshof bezeichnet ist. Wohl brauchte der Besitzer des Freigutes keine Dienste wie andere nicht freie Hofbesitzer zu leisten, doch aber ruhten auf dem Hofe recht erhebliche Verpflichtungen an die Familie von Bismarck. Der Besitzer mußte jährlich an diese Familie geben 10 Gulden 22 Schilling und 4 Scheffel Roggen, vor allem aber mußte er, was zuweilen äußerst lästig sein konnte, 2 Reisepferde halten und zuweilen Proviant- und Reisefuhren nach Braunschweig, Lüneburg, Zerbst, Magdeburg o. dgl. leisten, die bis zu einem halben Jahre dauern konnten. Zum ersten Male, glaube ich, begegnen mir hier in unseren „Beiträgen“ der Familie von Bismarck; es seien darum einige wenige Bemerkungen über sie gestattet, dabei aber zugleich auf die Geschichte von Krevese hingewiesen: Wir wissen, daß die von Bismarck durch Tausch das Rittergut Krevese mit Polkern, außerdem den in Schönebeck und Dobbrun Besitz erworben hatten. Das allgemein bekannte Wappen zeigt im blauen Felde ein goldenes, mit drei silbernen Nesselblättern bestecktes Kleeblatt, zeigt auf dem gekrönten Helm zwei gold und blau übereck geteilte Büffelhörner, zwischen beiden eine goldene Krone schwebt.
Im Jahre 1658 bewohnte Lorenz Jordan den Hof. Damals bekannten Levin Friedrich von Bismarck nebst Hans Joachim von Itzenplitz und dem Bürgermeister Balthasar Klessen in Vollmacht des abwesenden Hans Christoph von Bismarck, daß sie an Christoph von Kannenberg 5 unverschuldete und unverpfändete Untertanen in der Wische mit allen ihren Prästationen für 2300 Taler, die Levin von B. bar erhalten hat, verkauft haben; unter diesen Untertanen befindet sich auch Lorenz Jordan zu Giesenslage.
Dr. Böhme nennt a. a. O. S. 167 um 1695 Hans Jordan, um 1812 einen Jordan und um 1839 Joachim Jordan als Besitzer dieses Hofes.