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Gebhard von Bortfelde, der erste Herrenmeister. 101

und Brüder des Johanniter-Ordens in der Mark Brandenburg und der Lausitz, welche den apostolischen Befehlen ungehorsam, rebellisch und Anhänger Ludwigs¹) sind und die verhängten Interdicte brachen, verkünden wir als interdicit, suspendirt und excommunicirt.“ Für den ersten Herrenmeister Gebhard von Bortfelde kam diese Wandlung zu spät. Ihm ist der Streit zwischen Kaiser und Papstthum verhängnissvoll geworden. Er war ein Anhänger des brandenburgischen Markgrafen und mithin ein Gegner des Papstes; so wenig er stärker politisch hervorgetreten ist, so wird seine Haltung doch mitwirkend gewesen sein, dass die Johanniter dieser Gegend dem Banne verfielen. Freilich darf dabei nicht übersehen werden, dass ein Graf von Henneberg an der Spitze des Ordens deutscher Zunge stand. Obwohl geistlicher Bruder, schlug in Gebhards Brust das Herz eines deutschen Mannes. Immerhin ist und bleibt bezeichnend, dass er das Schwergewicht seiner Thätigkeit nicht auf die Politik, sondern auf die inneren und lokalen Angelegenheiten des Ordens legte. Er ist damit vorbedeutend für die Zukunft der Ballei Brandenburg geworden.

¹) Nachher heisst es in dem langen Schriftstücke nochmals: „Priores, preceptores, commendatores et fratres Hospitalariorum prescriptos in Quartzano, in Lesna et in Lagou, Lubucensis dioeceseos et omnes alios Hospitalarios in marchionatu Brandenburgensi et terra Lusatie et aliis terris dicto Ludovico parentibus, subiectis et adherentibus consistentes excommunicatos et excommunicatas“ etc. J. Ch. Beckmann, Kurtze Beschreibung der Stadt Franckfurt a. O. S. 100 ff.