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Zwei Grafen Berthold von Henneberg. 173

bekleidete mithin nunmehr die Würde seines Oheims. Sie bildete nur den Uebergang zur letzten Stufe: zum deutschen Grosspriorat. Bereits 1337 hatte Berthold dieses erreicht. Da wird er vom Kommandator Herman von Warberg genannt: „frater Bartoldus de Himmenberghe, magister domorum ordinis S. Johannis baptiste in Alamannia“ (Mecklb. U. B. IX, 5828). Im folgenden Jahre bezeichnet Graf Berthold ihn: „geistlichen Mann, Bruder Berthold von Henneberg, meister des ordens sente Johans Spitals zu Jerusalem in deutschen Landen, unsern lieben Sun.“¹) Und Berthold selber nennt sich am Tage zuvor (24. Januar 1338): „Bruder Bertold von Hennemberg, meyster in deutschen landen ordens sent Johans des spitals von Jerusalem.“²) Auch 1340 findet er sich als „prior Alamannie“,³) 1341 als „generalis precepter Alamannie“ (Riedel VI, 28) und als „prior Alamannie nec non commendator domus Herbipolensis ordinis S. Johannis hospitalis Ierosolimitani.“⁴) Er selber nannte sich in diesem Jahre: „prior humilis per Alemanniam ... domorum ordinis S. Johannis hospitalis Ierosolimitani.“⁵) Es sind dies die letzten Urkunden, in denen ich Berthold als Obermeister für Deutschland nachzuweisen vermag. In den folgenden Jahren kommt er, nach Schulte (II, 55), als Komthur zu Kühndorf vor.

Blicken wir auf die am Anfange dieser Abhandlung gegebenen Listen der Grossprioren zurück, so gestalten sie sich etwas anders, und zwar folgendermaassen: Helferich von Rudingheim 1313,⁶) Herman von Hochberg 1320,⁷) Graf Albrecht von Schwarzburg,⁸) Rudolf von Masmünster 1329,⁹) Berthold von Henneberg, nachweislich 1337—1341.¹⁰) — Bezüglich des böhmischen Grosspriorats ist zu beachten, wie es durch Deutsche, nicht durch Czechen besetzt war. Je stärker es sich ausbildete, desto mehr entwuchs es der früher geübten Hoheit des Grosspriors der deutschen Zunge (vorn S. 14), bis es zu einer selbständigen Würde gedieh.

¹) Schöppach, Henneberg. Urkb. II, 25. ²) Schöppach II, 24. ³) Standbuch No. 140 im Kreisarchive zu Würzburg. ⁴) Würdwein, Subs. dipl. II, 430. ⁵) Or. im Reichs-Archive zu München. ⁶) Riedel VI, 22, 402, fehlt Dienemann 61, oder ist hier Hellwig von Randersack gemeint? ⁷) Fürstenberg, U. B. II, 63, 65, fehlt Dienemann 61. ⁸) 1325 nennt er sich „groz gebider uber mer, meister zu Deutschemelande“, Fürstenbergisches U. B. II, 92. Vergl. vorn S. 90. ⁹) Or. im Reichs-Archive zu München. ¹⁰) Es würde zu sehr ablenken, die Liste noch weiter zu führen; wir bemerken nur, dass 1359 Hugo von Werdenberg vorkommt als „maister der obren und der nideren palyen in Tuschen landen“ (Zeitschr. für Gesch. d. Oberrh. 29, 158, den wir 1361 als Kommendator von vier Häusern fanden (von S. 172 Anm. 5)).