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32 Der Johanniter-Orden in Deutschland. Vergleichungsweise mag noch bemerkt werden, dass der Magistertitel namentlich in nordöstlichen Besitzungen des Tempelherren-Ordens üblich war. So haben eine Urkunde des Templerpräceptors Friedrich von Alvensleben vom 21. April 1303 (Or. Geh. St. Arch.) drei Tempelmagister unterzeugt; es sind die von Rörchen, von Tempelburg und Liezen. Alle drei Orte sind später zu Kommenden erhoben, Rörchen schon zur Tempelherrenzeit, Tempelburg und Liezen nach ihrem Anfall an den Johanniter-Orden. Der erste Kommendator von Liezen lässt sich 1335 nachweisen (Riedel A. XIX, 197), der erste von Tempelburg 1347.¹) Eigenthümlich liegt es mit Rörchen. Dort findet sich seit 1263 wiederholt ein Magister.²) Im Jahre 1303 unterzeichnete Bruder Jordanus als Magister in Rörchen, derselbe Jordanus heisst aber schon 1296: „commendator domus milicie Templi curie in Rorike“. Im Templer-Orden hat man also auch keinen besonders grossen Unterschied zwischen Kommendator und Magister gesehen. Bereits auf einer Urkunde des ersten Johanniter-Herrenmeisters wird dann Johann von Buk als Johanniter-Kommendator von Rörchen genannt (Riedel XIX, 196). ¹) Es war Gebhard von Bortfelde; vergl. vorn S. 23. ²) Or. Geh. St. Arch. Templer-Orden, dann auch Prümers, Pomm. Urkb. II, 415, 450, 452; fälschlich wird Magister Dietrich 497 hier als Johanniter bezeichnet.