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24 Der Johanniter-Orden in Deutschland.
Ordens urkundet er für ein Brandenburgisches Kloster. Auch dies wäre unzulässig erschienen, wenn ein Herrenmeister noch im Amte gewesen wäre. Eine zweite Urkunde gleichen Wesens besitzen wir vom 13. Januar 1341. Hier wird gesagt: „frater Hermannus de Werberge, commendator domorum Werben et Nemerowe, locum tenens reverendi domni fratris Bertoldi de Hennenberg, generalis preceptoris Alamannie, per Saxoniam, Marchiam et Slaviam ordinis S. Johannis Ierosolymitani“ (Riedel VI, 28). Hermann von Warberg hatte also inzwischen die reiche Kommende Nemerow mit der Mutterkommende Werben vereinigt. Beachtenswerth ist, dass der Grossprior hier „generalis preceptor“, mithin gerade so, wie vorher Gebhard als Herrenmeister genannt wird. Ein drittes Mal, ebenfalls in eigener Urkunde, bezeichnet sich Hermann am 3. April 1345 als: „Broder Herman van Werbergh, commendur to Nemerow unde en Statholder an Sassen, Marke unde an Wentlande, des beghaevn mannes broder Hardeghemes von Begberg, en ghemene beder unde prior ober dudeske Lant des orden des hilgen huses des hospitales to Jerusalem“ (Riedel VI, 29).
Aber bereits vorher, am 23. April 1344, urkundete Hermann selbstherrlich. Da heisst es: „Nos frater Hermannus de Werberg, in Saxonia, in Marchia, in Slavia et in Pomerania S. domus hospitalis S. Iohannis Iherusalem summus preceptor“. Es wird anzunehmen sein, dass Gebhard von Bortfelde inzwischen mit der Kommende Tempelburg abgefunden und dadurch die Bahn für Hermanns Nachfolge freigemacht war. Von nun an weisen ziemlich zahlreiche Urkunden den Namen des neuen Herrenmeisters auf. Am 5. Januar 1345 haben wir ihn: „frater Hermann de Werberg, preceptor generalis per Saxoniam, Marchiam et Schlaviam, frater Ioannes de Niendorp in Zuchan, et frater Bernardus de Olze in Roreke, commendatores ordinis sacre domus hospitalis S. Iohannis Ierus., vice et nomine magistri et fratrum ordinis eiusdem intervenientes personaliter“ (Riedel XXIV, 36). Hier sind es neben dem Generalpræceptor, zwei Kommendatoren, welche für den Grossprior und die Ordensbrüder handeln; eine feierliche Form, denn sonst bethätigte sich Hermann schlechthin „van unser und alle unser broder weghen“ (Riedel XIX, 133). Wechselnd bleibt noch die Titulatur. In lateinischen Urkunden findet sich „preceptor per Saxoniam, Marchiam, Slaviam et Pomeraniam“ (XIX, 138), daneben häufiger „preceptor generalis“ bald mit Hinzufügung von Pommern (XIX, 138, X, 143) bald ohne dieselbe (XXIV, 36). Auf deutschen Urkunden heisst Hermann „Meister des Ordens S. Johanns“ (X, 293), etwa noch mit dem Zusatz „im Lande Sachsen“ (X, 18); häufiger ist zunächst noch die Bezeichnung „Gebieter“, etwa in der Form „die ein Gebider is over sunte Johannis Orden in unsen Landen“ (Pommern) (XIII, 327),