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162 Urkunden und Acten der Balci Brandenburg. giebt Delaville le Roux, Cartulaire général de l’ordre des Hospitaliers I, p. CLXIX—CLXXII. Danach umfassen dieselben drei Haupttheile: Repertorien, Copialbücher und Actenstücke. Letztere zerfallen in Generalia mit 18 Fächern (1—11 königliche Privilegien von 1227 bis 1780) und Specialia mit 98 Fächern (diese alphabetisch nach Ortschaften geordnet, Heitersheim 37—41 vom Jahre 1271 bis 1787). Für alles weitere ist auf Delaville zu verweisen.

Königsberg. Staats-Archiv. Die Mittheilungen des Herrn Archivratsh Dr. Joachim und die Angaben Delavilles le Roux, Cartulaire général de l’ordre des Hospitaliers I, p. CCXII, ergeben Folgendes: Das Staats-Archiv enthält über den Johanniter-Orden, zumal über dessen Besitzungen in Brandenburg und Pommern, zahlreiche Stücke, die indessen ungemein zerstreut liegen und nur mit grossem Zeitaufwande gesammelt werden können. Die ältesten Sachen sind 16 Urkunden aus der Zeit von 1198 bis 1370, meistens Schenkungen der Pommerherzöge an den Orden. Namentlich dadurch, dass der Deutsch-Orden 1402 die Neumark erwarb, trat er in vielfache Beziehungen zu den Johannitern. Letztere stellten sich wiederholt auf Seite der Polen und Hussiten, welche gewöhnlich mit den Deutschrittern im Kriege lagen, was zu Zerwürfnissen zwischen den beiden Orden führte. Daneben tauchten immer wieder Pläne einer Vereinigung der beiden Orden auf. Zahlreiche Briefe der Ordensprokuratoren in Rom behandeln dieses Project das ganze 15. Jahrhundert hindurch, bis zu den letzten Zeiten der Ordensherrschaft. Auch ein Austausch der wälschen Besitzungen des Deutsch-ordens gegen neumärkisch-pommersche Güter des Johanniter-Ordens wurde wiederholt angeregt. Namentlich von 1402 bis 1455 sind die Berührungen der beiden Orden zu einander so lebhaft, dass sie mehrere tausend Stücke umfassen. — Gedruckte Litteratur: „Von den Johanniter-Rittern in Pomerellen“, in den „Preuss. Sammlungen“ 2, 1748, S. 355 bis 364. Eine Anzahl Regesten aus dem Königsberger Staats-Archive finden sich in: Joachim van Niessen, Repertorium der Urkunden zur Geschichte der Neumark, Heft III der Schriften des Vereins für die Geschichte der Neumark 1895. Es ist aber mehr Material vorhanden.

Lietzen. Das Repertorium vom Ordens-Archive IV im Geh. Staats-Archive verzeichnet als Fach 105—109, 186—189 Kommende Lietzen. Hierbei ist mehrfach nichts am Rande vermerkt, einige Male „fehlen“. Es sind Actenstücke vom 16. bis 18. Jahrhundert. Nur einige Pergament-