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Die Lokalwürden. 27

Magister einen Meister für Deutschland zu sehen, doch widerspricht dem der Inhalt der Urkunde, wo es heisst: „hospitalis vester de S. Sepulchro in Dusburg“. Danach war der betreffende Meister der Vorstand des Hospitals vom heiligen Grabe in Duisburg. Einen zweiten Fall haben wir 1216, wo es in einem Papstbriefe heisst: „magister et fratres domus hospitalis Ierosolimitani in Confluentia“ (Delaville II, 192). Hier ist der Meister des Johanniterhospitals in Coblenz gemeint. Um 1217 begegnet man dem Meister Heinrich von Werben (M. U. B. I No. 231), der auch 1228 und 1229 vorkommt (Riedel VI, 12) und in Reiner seinen Nachfolger hatte (VI, 14). 1227 finden wir einen Meister des Hospitals von Jerusalem in Rheinfelden (Delaville II, 372), 1231 einen Magister Heinrich von Sülstorf (in Mecklenburg) (Jahrb. I, 9), 1239 in einer schlesischen Urkunde einen „magister Bogusa in Grobnik“ (Delaville II, 561); Gottfried von Habsburg spricht 1256 von einem „magister in Horrein (Delaville II, 810) und in demselben Jahre haben wir einen Magister Egbert von Mirow (Jahrb. I, 10), 1265 einen „magister domus hospitalis S. Iohannis in Bubikon“,1) 1270 und 1273 findet sich: „magister et fratres“ von Mirow (Jahrb. II, 220, 224). Im letzten Drittel des 13. Jahrhunderts lässt die Häufigkeit der Magisterbezeichnung nach, weil er durch einen andern verdrängt wurde, doch findet er sich noch bis in weit spätere Zeit, so z. B. 1337 „magister Wilhelmus de Crack“ (Mecklb. Jahrb. I, 14).

Der Titel, welcher den des Magisters als Vorstand eines Johanniterstiftes verdrängte, war der des Komthurs oder Kom(m)endators. So weit ich augenblicklich zu übersehen vermag, kommt derselbe zuerst 1244 in Werben vor, wo es heisst: „frater Udo, commendator in Werben hospitalis Theutonicae domus S. Iohannis (Riedel VI, 14).2) 1251 unterzeichneten eine Johanniter-Urkunde die Kommendatoren von Steinfurt, von Werben und von Mirow (Riedel VI, 15). Schnell griff die neue Bezeichnung um sich. Im Jahre 1257 erscheint ein Kommendator für Basel und einer für Niederweisel in Hessen (Delaville II, 846, 853), 1259 einer für Rode in Bayern (Delaville II, 874), 1260 deren wieder drei in einer Urkunde und zwar einer für Steinfurt, einer für Köln, und einer für Lage im Osnabrückischen (Delaville II, 890). In demselben Jahre tritt ein Kommendator für das oberrheinische Ueberlingen auf,3) 1272 ein Kommendator von Bubikon, wo wir noch 1265 einen Magister fanden, und so geht es weiter. Man darf sagen,

1) Zeitschr. f. Gesch. des Oberrh. XXIX. 136. 2) Stälin führt in seiner Kommendatorliste auf: Kommende Hall-Affalterbach [Heinrich 1249]. Konrad 1263. — Mergentheim [Albert 1225]. [Herman v. Rode 1267]. Arch. Zeitschr. VIII, 107. 3) Zeitschr. f. Gesch. d. Oberrh. XXIX, 136.