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III. Ulrich Schwabe (Schwaf). Eine hervorragende Persönlichkeit des nordostdeutschen Johanniter-Ordens vor Entstehung des Herrenmeisterthums, vielleicht die wichtigste der ältesten Zeit, war Ulrich Schwaf (Swaf, Schwaaf, Schwave, Svavis etc.), der Stifter der Kommende Nemerow. Er gehörte wohl der Ministerialenfamilie Suevus, Swaph, Suaph etc. an, welche, aus Schwaben stammend, während des 13. Jahrhunderts in der Gegend von Hildesheim-Braunschweig-Goslar, also ganz in derselben Landschaft wie das Geschlecht der Bortfeldes, hervortritt. So erschien 1234 ein Olricus Suevus als Zeuge einer vom Grafen Heinrich von Wohldenberg ausgestellten Urkunde des Klosters Lamspringe.¹) Conrad Swaf wird meistens als Ritter auf Originalurkunden Stift-Hildesheimischer Klöster in den Jahren 1275 bis 1294²) oder bis in den Anfang des 14. Jahrhunderts³) genannt. Am 22. Juli 1294 entschied der Bischof von Hildesheim einen Streit zwischen dem Kapitel des Kreuzstiftes daselbst und Aschwin Svaf, wobei sich Aschwins Bruder Conrad Svaf miles und dessen Sohn Eberhard verbürgten. Dieselben und andere Glieder der Familie verzeichnet das Urkundenbuch der Stadt Goslar. Schnell breitete die Familie sich aus. 1264 findet sich Nicolaus miles dictus Schwaf zu Itzehoe in Holstein, und um die Mitte des 14. Jahrhunderts erscheinen zu Pretz zwei ganze Generationen von Rittern und Knappen Schwaf, welche in Holstein ansässig waren.⁴) Zu Anfang des ¹) Or. Staatsarchiv in Hannover, Lamspringe 15. ²) Vergl. auch Döbner, Urkb. d. Stadt Hildesheim I No. 339 und Anm. 2 S. 165; Dürre, Die Regesten des Geschlechtes von Wallmoden, Wolfenbüttel 1892, Register S. 374. ³) Undatirte Urk., Lamspringe 145. ⁴) Lisch, Jahrb. IX, S. 31.