Seite 91
82 Der Johanniter-Orden im östlichen Nieder-Deutschland. nicht amtlich anzuerkennen und aufkommen zu lassen. Fürstengunst und Ordensgunst deckten sich nicht.¹)
Bei der Lückenhaftigkeit unseres Materials sind wir nicht in der Lage, Genaueres über Ulrichs Wirksamkeit während seiner letzten Jahre anzugeben. Die breiten Verleihungsurkunden der früheren Zeit hörten auf und die Dinge gingen ihren einfachen Geschäftsgang; dennoch aber reicht das Vorhandene aus, um zu beweisen, dass Ulrich sowohl mit dem Fürsten von Mecklenburg (M. U. B. 3243), als auch mit dem Markgrafen von Brandenburg (M. U. B. 3294, Riedel B. I, 419) in guten Beziehungen geblieben ist. Wie sein Wirkungskreis weiter ging, zeigt die Thatsache, dass er sich im März 1315 in Dänemark zu Wordingborg aufhielt und dort mit dänischen Edlen eine Urkunde unterzeugte. Der Grund für diese Reise nach Norden ist in dem grossen nordischen Bündnisse gegen den Markgrafen Waldemar zu suchen, an welchem König Erich von Dänemark und Fürst Heinrich von Mecklenburg betheiligt waren, bis es nach blutigen Kämpfen zum Frieden zu Templin kam, in welchem sich der König, der Markgraf und der Fürst ein Schutz- und Trutzbündniss gelobten.
Bald nach seinem letzten urkundlichen Auftreten im Vergleiche zu Cremmen muss Ulrich gestorben sein; im Jahre 1322 findet sich schon Georg von Kerkow als Komthur von Nemerow.
1) Der Umstand, dass Ulrich auch brandenburgische Besitzthümer inne hatte, mag dazu beigetragen haben, Werben im Ausgleiche von Cremmen wegzulassen und gleichsam durch Nemerow zu ersetzen, Nemerow also auch als halbwegs brandenburgische Kommende zu fassen.