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Zwei Grafen Berthold von Henneberg, Grossprioren des Johanniter-Ordens.
Die Unsicherheit, welche über den Mann herrscht, den der vorne abgebildete Grabstein darstellt, macht es nöthig, uns ihm zuzuwenden. Könnte man doch in Zweifel sein, ob wir es überhaupt mit einem Johanniter zu thun haben. Eine hierhin deutende Bezeichnung fehlt auf dem jetzt verstümmelten Grabsteine, der Name Berthold und das Wappen der Henneberger beweisen zunächst nichts.
Da uns eine einschlägige Untersuchung aber von unserer eigentlichen Aufgabe ablenkt, so konnten wir sie nur skizzenhaft, nur in ihren Umrissen behandeln. Trotzdem ergab sich bald, dass das gedruckte Material für ein irgend genügendes Ergebniss nicht ausreicht. Ich wandte mich deshalb an das Reichsarchiv in München, an das Gemeinschaftlich Hennebergische Archiv in Meiningen, an das Archiv des Johanniterpriorates in Prag, an das Kreis-Archiv in Würzburg, an das Staats-Archiv in Breslau, an das General-Landes-Archiv in Karlsruhe und an das Geh. Staats-Archiv in Stuttgart. Von allen, mit Ausnahme des Prager Archives, erhielt ich gütige Auskunft, wofür ich meinen verbindlichen Dank ausspreche. Die drei zuletzt genannten Archive ergaben nichts über die Frage, im Hennebergischen fand sich noch eine bisher unbekannte Urkunde über Berthold den Aelteren, eine reiche Fülle neuen Materials boten die beiden bayerischen Archive, durch welches die Arbeit über Berthold den Jüngeren erst ermöglicht wurde.
Dienemann bringt in seinen Nachrichten vom Johanniter-Orden S. 61 ein Verzeichniss der Grossprioren. Danach ist 6) Albrecht Graf von Schwarzenburg 1322; 7) Berthold, Graf von Henneberg 1327; 8) Rudolf von Massmünster 1331; 9) Herdegen von Rechberg 1353. Diese Liste wird dem Ritterbuche des Ordens entlehnt sein. Etwas