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Die inneren Verhältnisse. 75 Streitigkeilen Anlass geben. Im Jahre 1283 gelangte man zu einer Einigung dahin, dass der Bischof den Brüdern das Patronatsrecht über beide Kirchen abtrat. Es ist demnach der schwerinischen Niederlassung nicht gelungen, zu einheitlicher Stätigkeit durchzudringen, weshalb sie auch nicht die Bedeutung ihrer Nachbarn erlangt hat.1) Ueberblickt man die Gesammtentwicklung des Johanniter-Ordens im deutschen Nordosten, so erkennt man, wie sich die Kommenden Werben, Mirow und Nemerow klar hervorgehoben und in mancherlei Beziehungen zu einander standen. Sie bildeten deshalb auch den Kern des emporkommenden Herrenmeisterthums. Auf sie gestützt vermochte es einerseits die brandenburgisch-mecklenburgischen Tempelgüter, andererseits Johanniterstifter der Nachbarländer, selbst die von Braunschweig, an sich zu ziehen. Fragt man nach dem Unterschiede der beiden nahe verwandten Orden vom Hospitale S. Johanns und vom Tempel im östlichen Nieder-Deutschland, so geht die Antwort dahin, dass der Templer-Orden im 13. Jahrhundert mehr kriegerisch-politisch, der Johanniter-Orden mehr caritativ vertrat. Während eine ritterliche Bezeichnung nur ganz vereinzelt in Urkunden des Johanniter-Ordens vorkommt, lautet die übliche des Templer-Ordens: „fratres militie templi, fratres domus militie templi, fratres sancte militie templi“, auch einfach „milites templi“. In ihrem geistlich-caritativen Grundzuge beruhte offenbar auch die grössere Lebensfähigkeit der Johanniter. 1) Der Name Kraak wird nach dem gewaltigen Johanniterschlosse Krak im Hinterlande von Tripolis gegeben sein. Ein drittes Krak findet sich als grosse Festung im Moabiterlande. Vergl. Kugler, Gesch. der Kreuzzüge S. 388 f., 397 f.