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Die politische Entwickelung. 49

Umfange ausgedehnt, von denen der Bischof Herman von Camin im Jahre 1262 zwei transsumirte und bestätigte. Lokale und allgemeinere Dinge werden in Pommern zusammengewirkt haben, von lokalen namentlich der heftige Drang der Johanniter, Besitz zu erlangen, dem die wetteifernden Cistercienser und bald auch der Herzog und ein grosser Theil des Adels widerstrebten; von allgemeineren besonders die Thatsache, dass die Schenkung nach den päpstlichen Breven nicht allgemein, sondern der mährischen Ordensgruppe verliehen war. Wäre jenes geschehen, so würde Werben die nächsten Verwaltungsansprüche besessen haben, so aber war ihm Pommern durch die Mährische Genossenschaft verlegt. Ob schon die ursprünglichen Verleihungen zu Gunsten der Mähren gelautet haben, oder ob der Papst sie erst dahin veränderte, lässt sich nicht feststellen. Der Art päpstlicher Bestätigungen und dem päpstlichen Wohlwollen für Werben entspricht die erstere Annahme: die bereits ursprüngliche Verleihung. Jedenfalls war die Ausschliessung Werbens von Pommern eine höchst widerwärtige Thatsache, die es augenscheinlich rückgängig zu machen suchte. Die Schenkung Barnims I. wurde im Sonnenburger Johanniter-Archive bei den Documenten der Kommende Werben aufbewahrt (Riedel VI, I). Als es bald darauf zu einem Bruche zwischen den Pommerschen Johannitern, dem Herzoge, dem Abte des Cistercienser Klosters Kolbatz und einem ansehnlichen Theile der Ritterschaft kam, entstand derselbe nicht auf Grund der echten den Mährischen Johannitern verliehenen Schenkungen, sondern beruhte auf den Fälschungen erweiterten Umfanges, die auf den Gesammorden lauteten. Demgemäss erhoben auch der Grossprior und die Brüder des Johanniter-Ordens, mithin die Gesammtbeit deutscher Zunge, Klage beim Papste, und die von dessen Prozessbevollmächtigten erlassenen Schriftstücke befinden sich ebenfalls bei den Acten der Kommende Werben, wo sie nicht hingehörten, wenn nicht bestimmte Gründe obgewaltet hätten. Thatsache ist, dass die Fortsetzung der Werbenschen Ansprüche: das Herrenmeisterthum, die Pommerschen Güter seiner Herrschaft gewann. Immerhin bleibt zu beachten, dass selbst in den Fälschungen keine Rechte offen für Werben beansprucht sind, wie es solche für die schwerinischen und lauenburgischen Güter besass.

Auch in das Gebiet der Fürsten von Mecklenburg verbreitete sich der Orden. Da war auf langen Kampf der Friede gefolgt. Den Bemühungen des alternden Fürsten Borwin gelang es, neue Keime der Kultur zu pflanzen, wobei er sich namentlich der Kirche bediente, der er wichtige Schenkungen machte. Er fand eine kräftige Stütze in seinem Sohne Heinrich Borwin II., welcher den Brüdern des Johannis-Hospitals zu Accon 60 Hufen im Lande Turne mit dem Dorfe Mirow verlieh. Das hierüber ausgestellte Actenstück ist nicht erhalten, sondern v. Pflugk-Harttung, Johanniter-Orden. 4